Darmträgheit ist ein häufiges Problem. Wenn es weniger als drei Mal pro Woche zum Stuhlgang kommt und ein klumpiger oder harter Stuhl vorliegt, zur Stuhlentleerung stark gepresst werden muss oder das Gefühl einer unvollständigen Entleerung besteht, spricht man von Verstopfung. Der Fachausdruck ist Obstipation. Verstopfung tritt häufig auf Reisen auf, wenn man sich neuen Ess- und Lebensgewohnheiten anpassen muss, aber auch als Folge von Krankheiten, Schwangerschaft oder als Nebenwirkung von Medikamenten. Chronische Verstopfung ist meist durch einen Mangel an Ballaststoffen, Flüssigkeit und ausreichender Bewegung bedingt. Langfristig bringt daher meist nur eine Umstellung des Lebensstils Besserung. Um den Darm wieder in Schwung zu bringen und den Stuhlgang zu erleichtern, eignen sich Abführmittel wie zum Beispiel LACTULOSE AL Sirup, sofern ballaststoffreiche Kost und andere allgemeine Maßnahmen die Verstopfung nicht ausreichend beeinflussen können. Dieser reguliert den Darm schonend und ist so eine sanfte Hilfe bei Verstopfungen. Auch unterstützt der Sirup bei Erkrankungen, die einen erleichterten Stuhlgang erfordern.
Für die abführende Wirkung der Lactulose sind zwei Effekte verantwortlich: Durch die Wasserbindung im Darm nimmt das Volumen des Darminhalts zu, der Stuhl bleibt feucht und gleitfähig und die Darmbewegung wird indirekt angeregt. Durch die Abbauprodukte der Lactulose (vor allem Milch- und Essigsäure) soll die Darmbewegung direkt angeregt werden. Lactulose AL Sirup kann so bei Verstopfungen helfen. Der abführende Effekt kann nach 2 – 10 Stunden eintreten, bei ungenügender Dosierung können bis zum ersten Stuhlgang 24 bis 48 Stunden vergehen. Die Dosierung muss je nach Bedürfnis individuell angepasst werden.
Anwendungsgebiete
LACTULOSE AL Sirup wird angewendet:
- bei Verstopfung, die durch ballaststoffreiche Kost und andere allgemeine Maßnahmen nicht ausreichend beeinflusst werden kann,
- bei Erkrankungen, die einen erleichterten Stuhlgang erfordern,
- zur Vorbeugung und Behandlung bei portokavaler Encephalopathie (d.h. Störungen der Gehirnfunktion infolge chronischer Lebererkrankungen, besonders bei Leberzirrhose).
Aktive Wirkstoffe
100 ml Sirup enthalten 66,7 g Lactulose.
Hilfsstoffe
Der sonstige Bestandteil ist Gereinigtes Wasser.
Anwendung & Dosierung
BEI VERSTOPFUNG
ERWACHSENE
1- bis 2-mal täglich 7,5 – 15 ml LACTULOSE AL Sirup (entspr. 1- bis 2-mal 5 – 10 g Lactulose/Tag).
KINDER
1- bis 2-mal täglich 4,5 – 9 ml LACTULOSE AL Sirup (entspr. 1- bis 2-mal 3 – 6 g Lactulose/Tag).
Gerade zu Beginn der Behandlung einer Verstopfung sind häufig größere Dosen LACTULOSE AL Sirup erforderlich. Im Allgemeinen kann diese etwas höhere Anfangsdosis nach 3 -4 Tagen vermindert werden.
BEI PORTOKAVALER ENCEPHALOPATHIE, D.H. BEI BEEINTRÄCHTIGUNG DER HIRNFUNKTION IM RAHMEN EINER LEBERERKRANKUNG
ERWACHSENE
Zu Beginn der Behandlung einer portokavalen Encephalopathie sollten Erwachsene 3- bis 4-mal täglich 7,5- 15 ml LACTULOSE AL Sirup (entspr. 3- bis 4-mal 5- 10 g Lactulose/Tag) einnehmen. Anschließend sollte die Dosis langsam und vorsichtig auf 3- bis 4-mal täglich 30 -45 ml LACTULOSE AL Sirup (entspr. 3- bis 4-mal 20 -30 g Lactulose/Tag) gesteigert werden. Das Ziel sollte dabei die Entleerung von 2-3 weichen Stühlen pro Tag sein.
KINDER
Für die Anwendung bei Kindern sind keine Angaben vorhanden
Schwangerschaft & Stillzeit
Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder beabsichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie vor der Anwendung dieses Arzneimittels Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.
Schädliche Wirkungen von Lactulose bei Einnahme während der Schwangerschaft und Stillzeit sind nicht bekannt.
Lactulose kann auch während der Schwangerschaft undStillzeit eingenommen werden.
Gegenanzeigen
LACTULOSE AL Sirup darf NICHT eingenommen werden
- wenn Sie allergisch gegen Lactulose oder einen der sonstigen Bestandteile von LACTULOSE AL Sirup sind,
- wenn Sie Beschwerden wie Bauchschmerzen, Erbrechen und Fieber haben. Dies können Anzeichen einer ernsten Erkrankung, wie z.B. Darmverschluss (Ileus) oder Entzündungen im Magen-Darm-Bereich sein. Bei solchen Beschwerden sollten Sie LACTULOSE AL Sirup nicht einnehmen und unverzüglich ärztlichen Rat suchen.
- wenn Sie an der seltenen erblichen Form derFruchtzuckerunverträglichkeit (hereditäre Fructoseintoleranz) leiden.
Wechselwirkungen Einnahme von LACTULOSE AL Sirup zusammen mit anderen Arzneimitteln
Informieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Apotheker/-in, wenn Sie andere Arzneimittel anwenden bzw. vor kurzem angewendet haben oder beabsichtigen, andere Arzneimittel anzuwenden.
LACTULOSE AL Sirup kann den Kaliumverlust durch andere, gleichzeitig angewendete Arzneimittel verstärken. Dazu gehören bestimmte harntreibende Mittel (Diuretika) und Nebennierenrinden-Hormone (Kortikosteroide) und das gegen Pilze eingesetzte Amphotericin B.
Bei Kaliummangel ist die Empfindlichkeit gegenüber herzwirksamen Glykosiden (z.B. Digitoxin) erhöht.
Warnhinweise & Vorsichtsmaßnahmen
Auch bei Störungen des Wasser- und Elektrolythaushaltes (Salzverluste) sollte LACTULOSE AL Sirup nicht eingenommen werden.
Leiden Sie bereits längere Zeit unter Verstopfungsbeschwerden, so sollten Sie sich vor Beginn einer Therapie mit LACTULOSE AL Sirup von Ihrem Arzt beraten und untersuchen lassen, denn chronische Störungen bzw. Beeinträchtigungen des Stuhlgangs können Anzeichen einer ernsteren Erkrankung sein!
KINDER
Da bei Säuglingen und Kleinkindern eine vererbte Fructose-Unverträglichkeit möglicherweise noch nicht erkannt wurde, sollten diese LACTULOSE AL Sirup erst nach Rücksprache mit einem Arzt erhalten
Mögliche Nebenwirkungen
SEHR HÄUFIG (KANN MEHR ALS 1 VON 10 BEHANDELTEN BETREFFEN):
- Leichte Bauchschmerzen oder Blähsucht und Blähungen (bei mittlerer Dosierung zu Beginn der Behandlung),
Übelkeit, Erbrechen und Durchfall mit Störungen im Elektrolythaushalt (höhere Dosierung).
SELTEN (KANN BIS ZU 1 VON 1.000 BEHANDELTEN BETREFFEN):
- Erhöhte Natriumspiegel im Blut (Hypernatriämie) – bei Behandlung von Störungen der Gehirnfunktion infolge chronischer Lebererkrankungen (portokavale Enzephalopathie).
NICHT BEKANNT (HÄUFIGKEIT AUF GRUNDLAGE DER VERFÜGBAREN DATEN NICHT ABSCHÄTZBAR):
- Durch Abführmittel bedingten Störungen im Bereich des Wasser- und Elektrolythaushaltes (vermehrteAusscheidung von Kalium, Natrium und Wasser) sowie deren Folgewirkungen (bei langfristiger Einnahme in einer Dosierung, die zu anhaltend dünnen Stühlen führt),
- allergische Reaktionen, Ausschlag, Juckreiz, Nesselsucht.
GEGENMASSNAHMEN
Die zu Beginn der Behandlung mit LACTULOSE AL Sirup möglichen unerwünschten Arzneimittelwirkungen, diesich in leichten Bauchschmerzen und Blähungen zeigen, verschwinden meistens von allein im weiteren Behandlungsverlauf.
Sollte es unter einer – meist hoch dosierten – Einnahmevon LACTULOSE AL Sirup zu Durchfällen und nachfolgenden Störungen im Wasser- und Elektrolythaushalt kommen, so müssen diese gegebenenfalls medikamentös behandelt und ein aufgetretener Mangel an Wasser, Kalium- oder Natriumsalzen ausgeglichen werden. Häufig ist dann auch eine Reduktion der einzunehmenden Menge von LACTULOSE AL Sirup erforderlich.
Sollten Sie diese unerwünschten Wirkungen bei sich feststellen, informieren Sie bitte Ihren behandelnden Arzt. Dieser wird dann auch entscheiden, ob eine Verringerung oder in seltenen Fällen ein Absetzen der Einnahme von LACTULOSE AL Sirup erforderlich ist.
Aufbewahrung & Haltbarkeit
Arzneimittel für Kinder unzugänglich aufbewahren.
Sie dürfen das Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton und dem Etikett nach -verwendbar bis- oder -verw. bis- angegebenen Verfallsdatum nicht mehr verwenden. Das Verfallsdatum bezieht sich auf den letzten Tag des Monats.
Nicht über + 30 °C lagern.
Auch nach Anbruch der Packung ist LACTULOSE ALSirup bei sachgerechter Lagerung und Aufbewahrung maximal bis zu dem aufgedruckten Verfallsdatum haltbar!
Pflichttext
Lactulose AL Sirup
Lactulose 66,7 g in 100 ml Sirup
Wirkstoff: Lactulose. Bei Verstopfung, die durch ballaststoffreiche Kost und andere allgemeine Maßnahmen nicht ausreichend beeinflusst werden kann, sowie Erkrankungen, die einen erleichterten Stuhlgang erfordern. Vorbeugung und Behandlung bei portokavaler Encephalopathie (d.h. Störungen der Gehirnfunktion infolge chronischer Lebererkrankungen, besonders bei Leberzirrhose). Enthält Fructose, Galactose und Lactose.
Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder in Ihrer Apotheke
ALIUD PHARMA GmbH, Postfach 1380, 89146 Laichingen
Stand: Juni 2022















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